Warum schauen Frauen Fußball?
Es war bereits weit nach Mitternacht und wahrscheinlich wäre es ratsamer gewesen zu schlafen, aber eine Frage hielt mich wach: Konnte eine Frau den Fußball genau so sehen wie ein Mann?
Ich war eine jener Frauen, die begeistert bei EM und WM vor dem Fernseher hing, um so viele Spiele wie möglich zu sehen. Die Bundesliga fand ich jedoch eher langweilig und eintönig, weil ich lieber Sport betriebe, als ihn zu schauen. Aber warum konnte ich mich dann während dieser Turniere so dafür begeistern?
Das erste Argument, das die Herren der Schöpfung an dieser Stelle bringen würden: „Na, wegen der Männer gucken die Frauen das, … vom Spiel haben die keine Ahnung!“. Ich fragte mich, ob sie damit wirklich recht haben könnten.
Auf mich persönlich traf zumindest der zweite Teil dieser Aussage nicht zu. Doch davon freisprechen, dass ein gewisser Reiz darin bestand, einem Haufen gutgebauter Männer dabei zuzuschauen, wie sie ihre schweißgebadeten Körper über den Platz schleppten, um einen Ball möglichst spektakulär ins Netz zu bekommen, konnte ich mich nicht.
Aber noch viel mehr als den Anblick attraktiver Männer auf dem Bildschirm, liebte ich die Euphorie, die ansteckend wie eine Laola-Welle durch die Zuschauerränge beim Public Viewing rauschte oder auch nur in kleiner Runde mit Freunden hochbrodelte. Zumindest diese könnte Frauen also beim Fußball schauen mit Männern verbinden.
Ich war jedoch der Meinung, dass diese Euphorie sich auf unterschiedliche Dinge bezog. Denn, während Frau die emotionsgeladene Nähe der als sonst so emotionsunterkühlt verschrienen Männer genoss, schaute ein wahrer Fußball-Fan nicht einfach nur Fußball, er wusste wie sich das runde Leder anfühlte, während er den Rasen unter seinen Füßen spürte. Vielleicht spielte er selbst Fußball oder hatte es in seiner Jugend gespielt. Männer merkten sich Fußball-Spieler nicht wegen ihres Aussehens, Männer merkten sich Fußballspieler wegen ihres Talents und ihres Idol-Potenzials. Sie waren der zwölfte unsichtbare Spieler auf dem Feld, der seufzte, wenn ein Mitspieler einen Zweikampf verlor, die Hände über dem Kopf zusammenschlug wenn der Ball das Tor nur um Millimeter verfehlte und jubelnd auf ihn zustürmte, wenn er diesen im Kasten versenkte.
Auch wenn es gewiss eine Hand voll Frauen gab, die dieses Gefühl nachempfinden konnten, glaubte ich nicht, dass das Spiel für beide das Selbe war. Ich selbst hatte nie Fußball gespielt, wagte aber zu behaupten, das jene Sorte Frau insgeheim die Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, die jeden Männersport vom Frauensport unterschieden, nur bewunderte, während Mann sich in der Lage sah, genau solche sportlichen Höchstleistungen zu vollbringen.
Frauen konnten also Fußball nie so sehen wie Männer, sollten es aber auch gar nicht! Denn wenn Frauen Fußball wie Männer sähen, wie sollten Männer dann die Frauen sehen?
Ich war eine jener Frauen, die begeistert bei EM und WM vor dem Fernseher hing, um so viele Spiele wie möglich zu sehen. Die Bundesliga fand ich jedoch eher langweilig und eintönig, weil ich lieber Sport betriebe, als ihn zu schauen. Aber warum konnte ich mich dann während dieser Turniere so dafür begeistern?
Das erste Argument, das die Herren der Schöpfung an dieser Stelle bringen würden: „Na, wegen der Männer gucken die Frauen das, … vom Spiel haben die keine Ahnung!“. Ich fragte mich, ob sie damit wirklich recht haben könnten.
Auf mich persönlich traf zumindest der zweite Teil dieser Aussage nicht zu. Doch davon freisprechen, dass ein gewisser Reiz darin bestand, einem Haufen gutgebauter Männer dabei zuzuschauen, wie sie ihre schweißgebadeten Körper über den Platz schleppten, um einen Ball möglichst spektakulär ins Netz zu bekommen, konnte ich mich nicht.
Aber noch viel mehr als den Anblick attraktiver Männer auf dem Bildschirm, liebte ich die Euphorie, die ansteckend wie eine Laola-Welle durch die Zuschauerränge beim Public Viewing rauschte oder auch nur in kleiner Runde mit Freunden hochbrodelte. Zumindest diese könnte Frauen also beim Fußball schauen mit Männern verbinden.
Ich war jedoch der Meinung, dass diese Euphorie sich auf unterschiedliche Dinge bezog. Denn, während Frau die emotionsgeladene Nähe der als sonst so emotionsunterkühlt verschrienen Männer genoss, schaute ein wahrer Fußball-Fan nicht einfach nur Fußball, er wusste wie sich das runde Leder anfühlte, während er den Rasen unter seinen Füßen spürte. Vielleicht spielte er selbst Fußball oder hatte es in seiner Jugend gespielt. Männer merkten sich Fußball-Spieler nicht wegen ihres Aussehens, Männer merkten sich Fußballspieler wegen ihres Talents und ihres Idol-Potenzials. Sie waren der zwölfte unsichtbare Spieler auf dem Feld, der seufzte, wenn ein Mitspieler einen Zweikampf verlor, die Hände über dem Kopf zusammenschlug wenn der Ball das Tor nur um Millimeter verfehlte und jubelnd auf ihn zustürmte, wenn er diesen im Kasten versenkte.
Auch wenn es gewiss eine Hand voll Frauen gab, die dieses Gefühl nachempfinden konnten, glaubte ich nicht, dass das Spiel für beide das Selbe war. Ich selbst hatte nie Fußball gespielt, wagte aber zu behaupten, das jene Sorte Frau insgeheim die Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, die jeden Männersport vom Frauensport unterschieden, nur bewunderte, während Mann sich in der Lage sah, genau solche sportlichen Höchstleistungen zu vollbringen.
Frauen konnten also Fußball nie so sehen wie Männer, sollten es aber auch gar nicht! Denn wenn Frauen Fußball wie Männer sähen, wie sollten Männer dann die Frauen sehen?

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