Wie viel können uns Träume über uns selber sagen?
Träume haben etwas Mystisches und sind voller Symbole, glauben einige Menschen. Ich muss zugeben, in meinem Regal steht auch ein Traumdeutungsbuch, jedoch bin ich jedes Mal nach dem Versuch einen Traum zu deuten noch verwirrter als vorher, weshalb ich es auch eher selten in die Hand nehme.
Aber was sind Träume nun wirklich. Bloßer überflüssiger Gehirnmüll oder das Sprachrohr unseres Unterbewusstseins?
In der Anatomie gilt das Zwischenhirn als Sitz unseres Unterbewusstseins und Filter von auf den Körper pausenlos einströmenden Informationen. Unterbewusst nehmen wir alles wahr, bewusst wird dank dieses Filters nur ein Bruchteil davon an andere Regionen des Gehirns weitergeleitet. Doch was passiert mit dem Rest der Informationen, werden sie irgendwo zwischengespeichert oder gleich wieder verworfen? Eins ist klar, unser Unterbewusstsein beeinflusst unser Denken und Handeln. So lässt sich der Mensch auf nicht bewusst wahrnehmbare instinktive Reize ein, wie Experimente immer wieder zeigen.
In Träumen, auch wenn wir die meisten davon für schwachsinnig und unrealistisch halten, geht das noch viel besser, weil alles dramatischer und zugespitzer ist. In Träumen ist man stärker, schneller, klüger, schlagfertiger usw., die Hauptrollen in seinem eigenen Film. Ich glaube nicht, dass alles, was man träumt Müll ist und auch nicht dass man träumt um Dinge zu löschen. Meiner Meinung nach, verbinden Träume das Bewusstsein mit dem Unterbewusstsein, denn nur weil man etwas nicht sofort bewusst wahrnimmt, heißt es ja nicht, dass es nicht wichtig seien kann.
Träume sind vielleicht so schrill und überspitzt, weil wir sonst nicht über sie nachdenken würden, und sprechen in Rätseln, weil sie sich nicht bewusst manifestieren können.
Wenn wir bewusst nur knapp 10% unseres geistigen Potenzials nutzen, vielleicht ist es dann gerade das Unterbewusstsein, das weit mehr nutzbar machen könnte. Es scheint viel weiser als unser Bewusstsein und dann wären wir doch dumm, nicht auf die Zeichen, die es uns in Träumen vermitteln möchte, zu achten, oder? Diese Theorie würde zumindest belegen, warum es meist Autisten, denen dieser Filter von Informationen fehlt, sind, die über eine spezielle Begabung verfügen.
