Meine neue Wohnung ohne Internet
Da saß ich nun, wieder in meinen eigenen vier – genau genommen acht – Wänden. So richtig realisiert, dass dies mein neues zuhause sein sollte hatte ich jedoch noch nicht. Klar, meine Möbel und mein ganzer privater und teilweise überflüssiger Krams war hier, aber so wirklich heimisch war mir nach meiner ersten Woche in der neuen Wohnung einfach noch nicht. ‚Vielleicht liegt es an der Isolation‘, dachte ich; nicht von den vielen fremden Menschen in diesem Haus, eher vom Rest der Welt, denn ohne Internet schien das Leben nur so an mir vorbei zu laufen.
Meine ersten Bekanntschaften im Haus hatte ich während des Umzugs gemacht, weil wir beinahe im Minutentakt (maßlos übertrieben) den ohnehin schon fehleingestellten Fahrstuhl (pro Stop eine Minute Wartezeit bis die Türen endlich wieder schlossen) in Beschlag nahmen. Bis jetzt war ich nur sehr einfachen, jedoch sehr netten und hilfsbereiten Leuten begegnet. Mein Vater spekulierte gleich wieder: „In einem ehemaligen Sozialbau sind die Leute halt noch sozial!“ (Zumindest erklärte er sich so die günstigen Mietpreise). Doch alle Freundlichkeit hört bei Privatsphäre auf, denn mein Anliegen, das nachbarliche WLAN und Internet mit zu nutzen, bis die Telekom sich dann doch freundlicher Weise mal entschließt, meinen Antrag zu bearbeiten, stieß dann doch auf ein eher unfreundliches „Das wäre uns nicht so lieb!“. Da drängte sich mir die Frage auf, was hatten meine Nachbarn schon großartig zu verbergen, mal ganz abgesehen davon, dass mich außer ihrem Internetzugang gar nichts interessierte an ihrem Netz. Klar gäbe es da Wege, sich den Zugang zu ihrem Netz auch so zu verschaffen, aber wollte ich das wirklich? Bemerken würde es wahrscheinlich eh niemand, weil außer dem Vater wohl keiner etwas mit dem Wort „WLAN“ anzufangen wusste.
Auch wenn es mir quasi unter den Nägeln brannte, ich beschloss, die Finger von der Sache zu lassen (Zu mal das Geld für eine Programm-kompatible Netzwerkkarte das Ganze nicht Wert war). Also kein Internet! Schwer vorstellbar für jemanden, der sonst 24/7 online war. Doch vielleicht hatte das Ganze auch etwas Gutes und ich erkannte es nur noch nicht.
Je länger ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, dass Internet mein Leben bestimmte. Das Gefühl ständig für andere erreichbar sein zu müssen, die Freiheit, alles im Internet recherchieren zu können und letztendlich der Luxus alles im Internet bekommen und erledigen zu können.
Internet ist aus der Welt eines Studenten – ja, selbst eines Schülers – kaum mehr weg zu denken. Doch obwohl es viele Dinge einfacher und wesentlich schneller macht, ist es doch gleichzeitig der Grund dafür, dass wir viel zu viel Zeit mit unwesentlichen Dingen verschwenden. Das Internet lässt sich herrlich dazu benutzen, sich selbst zu um sein Leben betrügen. Sätze wie: „Ich check nur kurz Mails“, „Ich schreib nur schnell 'ne Nachricht“, „Ich muss nur schnell mal was nachgucken“ enden bei mir meist mit stundenlangen belanglosen Chats. Ganz ehrlich, mit dem Telefon wäre es schneller gegangen, aber wer ruft schon jemanden wegen belanglosen Fragen wie „Was machst' grad?“ an!?
Vielleicht würde ich ohne Internet und Fernsehen – denn das ist nicht minder zeitverschwendend – wesentlich mehr schaffen und hätte obendrein noch Zeit für meine Hobbies?!
Ich glaube, es wird Zeit für ein Experiment. Bis Ende Mai keine TV und dringende Internet-Angelegenheiten nur in der Uni! (Letzteres sollte nicht so schwer umzusetzen sein, denn früher habe ich hier eh keinen Anschluss ^^°)
Also Leute, ich mach mich dann mal für einen Monat unsichtbar. Mein Handy funktioniert natürlich trotzdem noch, wenn ihr mich erreichen wollt!
Meine ersten Bekanntschaften im Haus hatte ich während des Umzugs gemacht, weil wir beinahe im Minutentakt (maßlos übertrieben) den ohnehin schon fehleingestellten Fahrstuhl (pro Stop eine Minute Wartezeit bis die Türen endlich wieder schlossen) in Beschlag nahmen. Bis jetzt war ich nur sehr einfachen, jedoch sehr netten und hilfsbereiten Leuten begegnet. Mein Vater spekulierte gleich wieder: „In einem ehemaligen Sozialbau sind die Leute halt noch sozial!“ (Zumindest erklärte er sich so die günstigen Mietpreise). Doch alle Freundlichkeit hört bei Privatsphäre auf, denn mein Anliegen, das nachbarliche WLAN und Internet mit zu nutzen, bis die Telekom sich dann doch freundlicher Weise mal entschließt, meinen Antrag zu bearbeiten, stieß dann doch auf ein eher unfreundliches „Das wäre uns nicht so lieb!“. Da drängte sich mir die Frage auf, was hatten meine Nachbarn schon großartig zu verbergen, mal ganz abgesehen davon, dass mich außer ihrem Internetzugang gar nichts interessierte an ihrem Netz. Klar gäbe es da Wege, sich den Zugang zu ihrem Netz auch so zu verschaffen, aber wollte ich das wirklich? Bemerken würde es wahrscheinlich eh niemand, weil außer dem Vater wohl keiner etwas mit dem Wort „WLAN“ anzufangen wusste.
Auch wenn es mir quasi unter den Nägeln brannte, ich beschloss, die Finger von der Sache zu lassen (Zu mal das Geld für eine Programm-kompatible Netzwerkkarte das Ganze nicht Wert war). Also kein Internet! Schwer vorstellbar für jemanden, der sonst 24/7 online war. Doch vielleicht hatte das Ganze auch etwas Gutes und ich erkannte es nur noch nicht.
Je länger ich darüber nachdachte, umso klarer wurde mir, dass Internet mein Leben bestimmte. Das Gefühl ständig für andere erreichbar sein zu müssen, die Freiheit, alles im Internet recherchieren zu können und letztendlich der Luxus alles im Internet bekommen und erledigen zu können.
Internet ist aus der Welt eines Studenten – ja, selbst eines Schülers – kaum mehr weg zu denken. Doch obwohl es viele Dinge einfacher und wesentlich schneller macht, ist es doch gleichzeitig der Grund dafür, dass wir viel zu viel Zeit mit unwesentlichen Dingen verschwenden. Das Internet lässt sich herrlich dazu benutzen, sich selbst zu um sein Leben betrügen. Sätze wie: „Ich check nur kurz Mails“, „Ich schreib nur schnell 'ne Nachricht“, „Ich muss nur schnell mal was nachgucken“ enden bei mir meist mit stundenlangen belanglosen Chats. Ganz ehrlich, mit dem Telefon wäre es schneller gegangen, aber wer ruft schon jemanden wegen belanglosen Fragen wie „Was machst' grad?“ an!?
Vielleicht würde ich ohne Internet und Fernsehen – denn das ist nicht minder zeitverschwendend – wesentlich mehr schaffen und hätte obendrein noch Zeit für meine Hobbies?!
Ich glaube, es wird Zeit für ein Experiment. Bis Ende Mai keine TV und dringende Internet-Angelegenheiten nur in der Uni! (Letzteres sollte nicht so schwer umzusetzen sein, denn früher habe ich hier eh keinen Anschluss ^^°)
Also Leute, ich mach mich dann mal für einen Monat unsichtbar. Mein Handy funktioniert natürlich trotzdem noch, wenn ihr mich erreichen wollt!

1 Comments:
Kann schon mal trist werden ohne Internet, das versteht man aber! :)
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