"Ach, Tauben passen zu Mannheim"
... antwortet Claudi, als ich scherzend vorschlage die Taubenverschläge am Neckar in die Luft zu sprengen, weil ich nicht gerade Sympathie für diese fliegenden Ratten hege. Aber vielleicht hat sie ja recht und Tauben passen einfach zu Mannheim. Mannheim ist nicht gerade eine der schönsten Städte, die ich bis jetzt bewundern durfte. Auch wenn sie zweifelsohne schöne Ecken aufweisen kann, wie zum Beispiel die Universität, die im Schloss untergebracht ist und die Promenade am Rhein. Nicht zuletzt spielt natürlich das Wetter eine entscheidende Rolle bei der Eindrucksfindung, denn in Sonne getaucht erscheinen selbst graue Betonblöcke nett. Trotzdem lässt Mannheim sehr das Grün lebendiger Natur vermissen! Viele Plätze liegen kahl – teilweise sogar ohne Bänke – und wirken wie der symbolisch geöffnete erste Hemdknopf Mannheims, um dem Kragen aus Quadratblöcken Luft zu machen. Nun ja, nicht jede Stadt kann so schön sein wie Lübeck – lach.
Mannheim ist aber durchaus eine Reise wert und das aus gleich mehreren Gründen, wie ich finde. Der erste und wahrscheinlich beste Grund meiner Reise war Claudi (ja, du natürlich auch Luka – auch wenn du eigentlich das Wochenende gar nicht da warst), die jetzt in Heidelberg studiert, was mich gleich zu einem weiteren Grund eines Besuchs bei Claudi und Luka führt, die Nähe zu Heidelberg – aber dazu später. Desweiteren ist Mannheim wie das Narf nur in überdimensional groß, zumindest von seiner Mentalität. Bis auf ein paar ausgewählte Personen versteht es keiner – schwäbisch, türkisch und was auch immer, sein Klima scheint rasend schnell von T-Shirt-warm zu vergessene-Winterjacke-kalt – wie Launen – zu wechseln und die Menschen sind fast alle verrückt! Denn wo sonst wird man an der Ampel in eine Debatte über die Rote Welle verwickelt; von alten Leuten schadenfroh kichernd mit dem Fahrrad auf dem Gehweg überholt, während man selbst ordnungsgemäß an der Ampel hinter dem Bus auf der Straße stehen bleibt; die Ringstraße mit dem Fahrrad entlang sausend von gleich mehreren Personen mit dem Anhalterdaumen winkend und „Taxi“ rufend aufs Korn genommen; in der Disko von unten fotografiert; und von Ratten verfolgt, nachdem man an der Straßenbahn-Station das „b“ für „beschissene“ nächste Bushaltestelle übersehen hat. Bei so viel irrem Wahnsinn kommt man sich selbst bald vor wie ein „Täubchen“.
Ja selbst die Busfahrt nach Mannheim und auch zurück war durch die irren Busfahrer ein Erlebnis (obwohl ich doch lieber meinen Schlaf gehabt hätte, als so alten Säcken bei Telefonaten mit ihren „Kollegaa“ zuzuhören, „Ja, weißt duu“).
Exkurs nach Heidelberg:
Man mag es nicht glauben, aber knapp 30 min von Mannheim entfernt befinden wir uns in einer ganz anderen Welt. Das erste, das mir ins Auge gefallen ist, sind die enormen Menschenmassen. Viele sehr stylistische Leute laufen einem über den Weg. Während man in Mannheim noch den Eindruck hatte, im Lieblingpulli in die Disko gehen zu können, denkt man hier: „Wow, gebt mir Stift und Zettel, das Styling muss ich mir merken.“. Oft hört man auf der Hauptstraße im Altstadt-Kern englische Wortfetzen hinter sich oder kreuzt den Weg asiatischer Touri-Gruppen, die in der nächsten Gasse verschwinden. Während man vor lauter Menschen auf der Haupt-“Einkaufs“-Straße Heidelberg gar nicht mehr sieht, entdeckt man erst durch die weniger gefüllten Gassen, dass man sich nun tatsächlich schon in einer bergigen Landschaft befindet. Bestätigt wird das dann aber erst durch den doch ein kleines bisschen anstrengenderen Aufstieg zum Philosophenweg, der die Anstrengung jedoch mehr als Wert ist, weil man hier Das Heidelberger Postkartenmotiv schlechthin live betrachten darf. Die verwachsenen Treppenstufen hinab zurück in die Stadt haben ihren ganz eigenen heimlichen Scharm. Und auch ein Foto am Fuße des Brückentors mit dem Pavian darf nicht fehlen – obwohl ich doch glaube, dass die meisten Menschen die Skulptur missverstehen. Denn wer sich die „Maske“ des Affen, der uns Menschen einen Spiegel vorhält, „aussetzt“, macht wohl grade das, was der Spiegel ihm zeigen sollte. Er macht sich selbst zum Affen. Zurück in der Altstadt bricht und streut das Licht der Sonne – die während meines Urlaubs nur in der Nacht von unserer Seite wich – so merkwürdig und wunderschön in den alten Gassen, dass ich spätestens jetzt schmerzlich bereute die Kamera meines Vaters vergessen zu haben, denn jede Gasse wäre ein Foto wert. Die bezaubernde Schönheit Heidelbergs wird aber leider sehr von den Menschenmassen und den eigentlich eher ungünstig in die alten Mauerwerke verbannten Ramschläden geschmälert. Ja selbst ein abschließendes Abendessen in einem der zahlreichen, gemütlich alten Restaurants scheint ohne Reservierung nicht möglich zu sein. Und so hat die Schönheit dieser Stadt wohl doch auch ihren Preis. Bevor ich es vergessen, neben all den Attraktionen, die Heidelberg uns bot, ein Besuch auf dem Schloss ist natürlich auch ein Muss, denn der Sonnenuntergang über der von hier doch riesig wirkenden Stadt im Neckartal ist echt atemberaubend. Allein schon wie das Licht der Abendsonne die Ruinen bemalt und sie Schatten auf andere Schlossteile zeichnen lässt ist märchenhaft. Bei heimlichen Blicken durch die alten Bleigrasfenster in einen festlich geschmückten Saal, ist es gar nicht mehr schwer von Prinzen auf weißen Rössern und Königsbällen mit fröhlicher Musik und leckerem Essen zu träumen.
Ich könnte noch stundenlang weiterschwärmen, doch das würde mein Fernweh nur verschlimmer. Ich hätte es nie gedacht, aber Heidelberg muss man gesehen haben!
Und plötzlich gefällt mir sogar der Gedanke, vielleicht einmal hier, so weit weg von meinem geliebten Mecklenburg, zu studieren.
Alles in allem haben wir in den 4 Tagen meines Aufenthalts sehr viel gelacht und hatten eine Menge Spaß! Vielen Dank an Claudi (und Luka) für die schöne, spaßige Zeit! Ich komme euch bestimmt bald wieder besuchen!
Mannheim ist aber durchaus eine Reise wert und das aus gleich mehreren Gründen, wie ich finde. Der erste und wahrscheinlich beste Grund meiner Reise war Claudi (ja, du natürlich auch Luka – auch wenn du eigentlich das Wochenende gar nicht da warst), die jetzt in Heidelberg studiert, was mich gleich zu einem weiteren Grund eines Besuchs bei Claudi und Luka führt, die Nähe zu Heidelberg – aber dazu später. Desweiteren ist Mannheim wie das Narf nur in überdimensional groß, zumindest von seiner Mentalität. Bis auf ein paar ausgewählte Personen versteht es keiner – schwäbisch, türkisch und was auch immer, sein Klima scheint rasend schnell von T-Shirt-warm zu vergessene-Winterjacke-kalt – wie Launen – zu wechseln und die Menschen sind fast alle verrückt! Denn wo sonst wird man an der Ampel in eine Debatte über die Rote Welle verwickelt; von alten Leuten schadenfroh kichernd mit dem Fahrrad auf dem Gehweg überholt, während man selbst ordnungsgemäß an der Ampel hinter dem Bus auf der Straße stehen bleibt; die Ringstraße mit dem Fahrrad entlang sausend von gleich mehreren Personen mit dem Anhalterdaumen winkend und „Taxi“ rufend aufs Korn genommen; in der Disko von unten fotografiert; und von Ratten verfolgt, nachdem man an der Straßenbahn-Station das „b“ für „beschissene“ nächste Bushaltestelle übersehen hat. Bei so viel irrem Wahnsinn kommt man sich selbst bald vor wie ein „Täubchen“.
Ja selbst die Busfahrt nach Mannheim und auch zurück war durch die irren Busfahrer ein Erlebnis (obwohl ich doch lieber meinen Schlaf gehabt hätte, als so alten Säcken bei Telefonaten mit ihren „Kollegaa“ zuzuhören, „Ja, weißt duu“).
Exkurs nach Heidelberg:
Man mag es nicht glauben, aber knapp 30 min von Mannheim entfernt befinden wir uns in einer ganz anderen Welt. Das erste, das mir ins Auge gefallen ist, sind die enormen Menschenmassen. Viele sehr stylistische Leute laufen einem über den Weg. Während man in Mannheim noch den Eindruck hatte, im Lieblingpulli in die Disko gehen zu können, denkt man hier: „Wow, gebt mir Stift und Zettel, das Styling muss ich mir merken.“. Oft hört man auf der Hauptstraße im Altstadt-Kern englische Wortfetzen hinter sich oder kreuzt den Weg asiatischer Touri-Gruppen, die in der nächsten Gasse verschwinden. Während man vor lauter Menschen auf der Haupt-“Einkaufs“-Straße Heidelberg gar nicht mehr sieht, entdeckt man erst durch die weniger gefüllten Gassen, dass man sich nun tatsächlich schon in einer bergigen Landschaft befindet. Bestätigt wird das dann aber erst durch den doch ein kleines bisschen anstrengenderen Aufstieg zum Philosophenweg, der die Anstrengung jedoch mehr als Wert ist, weil man hier Das Heidelberger Postkartenmotiv schlechthin live betrachten darf. Die verwachsenen Treppenstufen hinab zurück in die Stadt haben ihren ganz eigenen heimlichen Scharm. Und auch ein Foto am Fuße des Brückentors mit dem Pavian darf nicht fehlen – obwohl ich doch glaube, dass die meisten Menschen die Skulptur missverstehen. Denn wer sich die „Maske“ des Affen, der uns Menschen einen Spiegel vorhält, „aussetzt“, macht wohl grade das, was der Spiegel ihm zeigen sollte. Er macht sich selbst zum Affen. Zurück in der Altstadt bricht und streut das Licht der Sonne – die während meines Urlaubs nur in der Nacht von unserer Seite wich – so merkwürdig und wunderschön in den alten Gassen, dass ich spätestens jetzt schmerzlich bereute die Kamera meines Vaters vergessen zu haben, denn jede Gasse wäre ein Foto wert. Die bezaubernde Schönheit Heidelbergs wird aber leider sehr von den Menschenmassen und den eigentlich eher ungünstig in die alten Mauerwerke verbannten Ramschläden geschmälert. Ja selbst ein abschließendes Abendessen in einem der zahlreichen, gemütlich alten Restaurants scheint ohne Reservierung nicht möglich zu sein. Und so hat die Schönheit dieser Stadt wohl doch auch ihren Preis. Bevor ich es vergessen, neben all den Attraktionen, die Heidelberg uns bot, ein Besuch auf dem Schloss ist natürlich auch ein Muss, denn der Sonnenuntergang über der von hier doch riesig wirkenden Stadt im Neckartal ist echt atemberaubend. Allein schon wie das Licht der Abendsonne die Ruinen bemalt und sie Schatten auf andere Schlossteile zeichnen lässt ist märchenhaft. Bei heimlichen Blicken durch die alten Bleigrasfenster in einen festlich geschmückten Saal, ist es gar nicht mehr schwer von Prinzen auf weißen Rössern und Königsbällen mit fröhlicher Musik und leckerem Essen zu träumen.
Ich könnte noch stundenlang weiterschwärmen, doch das würde mein Fernweh nur verschlimmer. Ich hätte es nie gedacht, aber Heidelberg muss man gesehen haben!
Und plötzlich gefällt mir sogar der Gedanke, vielleicht einmal hier, so weit weg von meinem geliebten Mecklenburg, zu studieren.
Alles in allem haben wir in den 4 Tagen meines Aufenthalts sehr viel gelacht und hatten eine Menge Spaß! Vielen Dank an Claudi (und Luka) für die schöne, spaßige Zeit! Ich komme euch bestimmt bald wieder besuchen!
