Nur ein Sommergewitter
Pock ... pock ... pock, pock, fast wie kleine Steinchen, die ein Holzbrett hinunterrollen. Erst nur ganz leise, dann immer lauter und immer schneller und plötzlich ist alles für einen Moment lang hell, und still. Ich lasse Stift und Zettel fallen, dann dreh ich mich um. Ich starre aus dem Fenster. Warte. Der Himmel ist grau mit schweren Wolken behangen - gleich wird er hinabfallen! Dann bäumt es sich auf und fegt wie eine gewaltige Welle über mich hinweg. Pock ... pock ... pock, pock, fast wie eine Melodie in meinem Ohr. Ich lehne mich gegen die Heizung. Meine Augen verfolgen die Tropfen, die wie über einem Parcours das Fenster hinabrinnen. Man weiß nie, wo sie lang laufen, oder wie lange sie laufen. Manchmal bleiben sie einfach stehen und meistens sind es die, die nicht mit anderen schlafenden Tropfen kollidierten. Ab und an laufen aber auch schlafende Tropfen wieder los. Irgendwann bleibt alles stehen. Ich öffne das Fenster. Süß, weich, aber vor allem frisch schmeckt die Luft, die meine Kehle hinabströmt. Nur noch einen Moment. Dann schließe ich das Fenster. Ich setze mich wieder an den Schreibtisch. Wo war ich noch gleich ... ach jetzt weiß ich es wieder...

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