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Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Sonntag, Januar 28, 2007

Darum werden wir vom „Gegen-die-Wand-Läufer“ zur Wand

Wie viele von uns haben konstruktiv kritische Gedanken an unserer Gesellschaft?! Von Bildung bis Politik, am liebsten würden wir alles verändern. Wir sehen die Probleme, denn wir stecken mitten drin. Wir sind nicht die Pisa-Deppen, aber auch nicht die Pisa-Macher. Wir klemmen zwischen diesen beiden Ästen fest. Doch unser Befreiungs-Aufschrei prallt gegen die nächste Wand. Wir reden und reden es breit. Wer des Redens müde ist, tut was. Zu erst im Kleinen, denn jeder von uns weiß, solche Veränderungen kommen nicht über nacht. Wir treten einer Initiative, Fachschaft oder ähnlichen Organisationen bei, denn jeder von uns weiß, zusammen sind wir stärker. Wir treffen uns regelmäßig, planen Zukunft, denn jeder von uns weiß, nur mit stichhaltigen Argumenten haben wir eine Chance. Viel zu oft vorher rannten wir schon gegen Wände, die unsere illusionistischen Bestrebungen zerschmetterten. Die Zeit vergeht. Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. Jetzt wissen wir wo der Hase lang läuft. Wir können beurteilen welche Ziele realistisch sind und welche nicht. Wir sind stolz auf das was wir geschafft haben. Vielleicht ist die Welt jetzt ein kleines Stück besser. Doch dann ist es schon zu spät. Wir, die Rebellen von heute, sind auf dem besten Wege die Wände von morgen zu werden. Denn demnächst zerschmettern wir Träumen. Und wir haben recht. Denn was wissen diese unerfahrenden neuen Rebellen schon. Obwohl wir es nie wollten, genau an diesem Punkt sind wir ein Teil der Gesellschaft geworden, die wir immer so heftig kritisiert haben.

Samstag, Januar 27, 2007

Weil ich euch liebe!

Für jeden anderen ist heute ein Samstag wie jeder andere.
Für mich ist heute ein besonderer Tag, mein Geburtstag.
Nicht, dass ich dieses ganze Trara um meine Person wirklich bräuchte, aber es fühlt sich gut an. Ich hab keine große Sache daraus gemacht, wieso auch. Am Vortag einfach nur gemütlich ins Kino gehen bis 0 Uhr warten und die Nacht ausklingen lassen. Ich möchte gar keine Geschenke, aber ich liebe Überraschungen und dieser Tag sollte voll von Überraschungen sein. Was mit einem meiner Lieblings-Fantasie-Sympathieträger begann setzte sich mit wunderschönem Sonnenschein fort, ging über einen reduzierten Schal bis hin zur Überraschung des Jahres. Ich habe mich schon riesig auf euch gefreut. Endlich Mama und Papa wieder in die Arme schließen und einen schönen Tag zusammen mit den Menschen haben, die ich liebe. Doch ihr wart nicht allein. Ihr alle wart da. Ich liebe euch dafür, dass ihr mich überrascht. Ich liebe euch weil ihr mir helft und hinter mir steht. Ich liebe euch, weil ihr mich glücklich macht. Ich liebe euch, weil ihr mich liebt. Danke.

Mittwoch, Januar 24, 2007

Das Single-Leben, die mikroökonomethische Katastrophe


Da sitz ich nun vor meinem Teller. Seit Tagen esse ich an dieser einen Packung Schwarzbrot. Heute gibt’s zum Frühstück die letzten zwei mittlerweile trockenen Scheiben. Mit ganz viel Schokolade drauf, denn irgendwie muss man sich das Ganze ja schmackhaft machen.

Nach der Hälfte, die ich mit Cappuccino runtergespült habe, bin ich pappsatt.
Aber was mache ich mit dem Rest, der nun auf meinem Teller liegen geblieben ist?

Von Mama habe ich gelernt: „Kind, man schmeißt kein Essen weg!“, jedenfalls nicht aus dem Grund, dass man es nicht mehr mag. Zuhause wäre ich jetzt zum Hühner-Eimer gegangen, denn Hühner fressen ja bekanntlich alles und bei guter Fürsorge mit Fressen, bekomme ich da auch noch Eier zurück.

Hier in meiner WG sieht der Fall etwas anders aus. Ich kann meine Mitbewohnerin ja schlecht fragen, ob sie vielleicht Lust hat, meine Reste nachzuessen. Doch wegschmeißen kann ich sie auch nicht. Ein schlechtes Gewissen plagt mich. Kinder in anderen Teilen der Welt würden sich nach diesen Resten verzehren, während ich mittlerweile angewidert auf meinen Teller starre.

Zuhause wäre mir das nicht passiert! Zuhause wäre das Brot auch erst gar nicht so alt geworden! Doch soll ich mir jetzt alles, was ich essen möchte, nur noch in Single-Portionen kaufen?

Nein! Einmal davon abgesehen, dass es nicht alles in Single-Portionen gibt, ist das ökonomisch für mich gar nicht machbar. Single-Portionen kosten grundsätzlich mehr, ob nun wegen der identischen Verpackungskosten oder aus anderen Gründen. Und genau da liegt der Punkt. Es werden immer Reste übrig bleiben, wenn man nicht Unmengen von Geld verpulvern, sich nicht permanent überfressen oder Tage lang das Selbe essen möchte.

Ethisch ist das Ganze nicht zu rechtfertigen. Doch es müsste uns wahrscheinlich erst schlechter gehen, um das zu würdigen, was vor unserer Nase liegt. Und so bleiben die sozialen Ungerechtigkeiten, die schon am Küchentisch eines einzelnen Singles beginnen.

Donnerstag, Januar 18, 2007

"Ihr habt mich nie ernst genommen"

Warum? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder, der von dem am Wochenende geschehenden Doppelmord in Tessin hört. Nicht, dass es etwas Neues wäre, dass irgendwer mal wieder irgendwen umbringt. Mord ist mittlerweile omni-präsent und war es eigentlich schon immer.

Doch warum bringen mich diese Morde so aus der Fassung? Ist es, weil sie von zwei 17-jährigen Gymnasiasten begangen wurden, also von zwei ganz "normale" Jungen?
Weil erst kürzlich ein 18-jähriger bereits einen Amoklauf in einer Schule veranstaltet hat?
Oder weil diese Tat verdeutlicht, dass jeder ein potenzieller Mörder sein könnte?
Eigentlich nicht! – Spätestens nach "The Wave" von Morton Rhue konnte ich erahnen, wie sehr doch die menschliche Psyche beeinflussbar ist.
Es ist viel mehr die Tatsache, dass ich die Morde nicht verstehe, weil ich kein Motiv hinter ihnen sehe. Die meisten Morde, die in den Medien landen, basieren auf Hass, Eifersucht, Gier oder ähnlichen Eigenschaften.

Alles, was ich bis jetzt von diesem Doppelmord gehört oder gelesen habe, klang so irreal, so eiskalt, vollkommen ohne Gefühl, weder vor noch nach der Tat. Selbst die Geisel reagiert total trocken. Das macht mir Angst. "Hat sich ganz leicht angefühlt," sollen sie gesagt haben, "kein besonderes Gefühl, wie bei einer Schlägerei."
Ich verstehe nicht, wie man überhaupt so denken kann. Was um alles in der Welt brachte diese Jungen dazu das Leben zweier Menschen einfach so zu beenden.
Dann dieser Satz des einen Jungen: "Ihr habt mich nie ernst genommen.".

Kann der Drang nach Anerkennung einen Menschen zum Mörder werden lassen? Ist Anerkennung nicht etwas, das jeder von uns natürlicher Weise haben möchte?