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Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Sonntag, Dezember 24, 2006

Der Bratenduft und dieses Kribbeln im Bauch...

Da ist es wieder, dieses Kribbeln im Bauch, diese Vorfreude auf Heiligabend, diesen besonderen Moment, der die 2 schönsten Tage im Jahr einläutet.
Es hat dieses Jahr wirklich lange auf sich warten lassen, dieses Gefühl...

Aber das ist ja auch ehrlich gesagt kein Wunder, so schwer wie es geworden ist, den für mich wahren Geist von Weihnachten aus all dem Überfluss und Kitsch rauszufiltern.
Im Oktober stehen bereits die Lebkuchen in den Regalen von Aldi und Co.
Nach amerikanischem Vorbild glühen viele Häuser wie Lampenladen-Reklamen.
Die Leute übertreffen sich mit Kitsch und auf den „großen“ Weihnachtsmärkten dieser Nation tummeln sich Menschenmassen und reißen sich an den Fressbuden die Mutzen und gebrannten Mandeln aus den Händen.
Die obligatorischen Glühweinbesäufnisse und das schon wieder krampfhaft nach Geschenken Gesuche lassen das Portemonnaie der „Alles-Scheiße-aber-Weihnachten-Friede-Freude-Eierkuchen-Generation“ schrumpfen, füllen die Kassen des kapitalistischen Einzelhandels und die Regierung redet von einem Wirtschaftsaufschwung (Glaubt da wirklich jemand dran?).

Nein, ich möchte damit nicht sagen, wie schlecht doch alles ist. Oder wie böse doch der Staat ist, weil er uns das Geld aus den Taschen zieht; ob nun Kaufrausch-suggerierend oder durch Steuereinnahmen. Nein, das will ich wirklich nicht sagen, denn wir sollten die Letzten sein, die darüber jammern.

Was ich meine, ist, wir sind durch allgemeinen Wohlstand so übersättigt mit Gütern, dass es unmöglich ist, etwas Nützliches zu schenken. Was man braucht, kauft man sich eben einfach, wenn man es braucht. Es gibt nichts mehr, dass man sich noch wünschen könnte, jedenfalls meistens. Und dann kommen so Sinnlosgeschenke wie Spielzeug mit 100 Zusatzfunktionen und das neue Parfüm von Designer X oder noch eine Krawatte für Papi oder eine weitere Sammeltasse für Omi dabei raus. Zugzwang und Alltagsstress geben dem ursprünglichen Sinn des Schenken den Rest. Was bleibt, sind gestresste Schenker und gefrustete Beschenkte.

Ein Geschenk ist für mich etwas, was jemandem Freude bereitet, weil er nicht damit gerechnet hätte und so ein Geschenk sollte nicht an ein Datum im Kalender gefesselt sein. Und schon gar nicht an Weihnachten. Weiß überhaupt noch jemand, was Weihnachten ist?

Ja ja, so Standardsprüche wie „Weihnachten, das Fest der Liebe“ springen einem ja förmlich ins Gedächtnis und dass dies ein christlicher Feiertag ist, weil Jesus geboren wurde, sollte man auch wissen. Aber was ist die Bedeutung dieser Dinge?

Für mich bedeutet Weihnachten, Zeit für und mit meiner Familie. Nicht weniger. Das ist das Wichtigste und Schönste in meinem Leben. Der Alltag hält 2 Tage inne und schlummert unter einem traditionell bunt geschmückten Weihnachtsbaum, in dessen Lichtern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vereinigen. An der Festtafel, gedeckt mit besonderen Köstlichkeiten, vereint die ganze geliebte Familie. Jeder Bissen schmeckt nach Liebe und Geborgenheit und unweigerlich strahlen alle diese stille Zufriedenheit aus.

Ich würde am liebsten jede Sekunde festhalten und nicht mehr freigeben. Doch weil das nicht geht und auch dieses Weihnachten wieder mit einem Augenschlag vorbeiziehen wird, freu ich mich halt jedes Jahr wieder auf Weihnachten.

Frohe Weihnachten!