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Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Zeitloser Schnee

Vom Himmel fallend hüllt Flocke für Flocke des sacht rieselnden Schnees das Land in einen süßen Schlaf. Einen Schlaf, der die Zeit zum Stehen bringt und mich von Dingen träumen lässt, deren Erinnerung nicht die meinen sind.

Ein leises Krähen drang in sein Ohr und er atmete tief durch, die Augen noch geschlossen. Er fühlte, wie warm das Blut durch seinen Körper strömte. Die Bettdecke ruhte sanft über seiner Gestalt. Sein erster Gedanke galt ihr. Er wagte noch immer nicht die Augen zu öffnen, also tastete er zögernd zur Seite. Da war sie. Ihre warme zarte Hand ergreifend füllte auch ihr Körper sich wieder mit Leben. Er drehte seinen Kopf zur Seite und sah sie an. Wie schön sie doch ist, dachte er und strich ihr zärtlich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Doch alt war sie geworden, genau wie er. Dann öffnete auch sie die Augen und lächelte ihn an. Einen Moment lang war es wie früher, kurz nachdem sie sich kennen gelernt hatten. Liebevoll fragte sie: „Schatz, lässt du die Hühner raus?“. Ihren Blick noch immer gefangen, schlug er langsam die Bettdecke zurück und richtete sich auf. Kalt kroch die Luft seine Beine hinauf. Selbst nach so vielen Jahren spürte er noch den Schmerz in seinem Oberschenkel. Er zog seine Alltagskleidung über und ging bedächtigen Schrittes durch das Haus, schlüpfte in seine Schuhe und öffnete die Tür zum Hof. Alles was seine Augen betrachteten, war weiß. Es musste die ganze Nacht lang durch geschneit haben, denn die Schneedecke schien schon einige Zentimeter dick zu sein. Nicht die Kälte, sondern die Stille war es, die ihm einen Schauer über den Rücken trieb. Wie friedlich doch die Welt erschien, wenn nur ein wenig Schnee ihr Antlitz verhüllte. Toppi, ein alter zersauster Kater, stapfte durch den Schnee direkt auf ihn zu. Mit einem quäkenden Miauzen begrüßte er seinen alten Herren. „Na du? Dann wollen wir mal die Tiere füttern!“, sagte er und streichelte Toppi über den Kopf. Nun stapfte auch er durch den Schnee, ging durch die Pforte zum Hühnerhof, öffnete den Schafstall, gab den Schafen getrocknetes Heu vom vergangenen Sommer, verstreute Korn über der Futterstelle für die Hühner und öffnete dann den Hühnerstall. Selbstverständlich war es der bunte Hahn, der ihm als Erstes entgegenstolzierte und die Hennen folgten ihm. Er ging in den Stall, schaute in jedes Netz und steckte die gelegten Eier in seine Jackentasche. Als er die eine Stufe zum Hof wieder hinausstieg und die Hühner so friedlich nach Korn picken sah, wurde ihm ganz warm ums Herz. Er vergoss eine stille Träne. Es war vorbei, er war endlich zu Hause.

Sonntag, Dezember 24, 2006

Der Bratenduft und dieses Kribbeln im Bauch...

Da ist es wieder, dieses Kribbeln im Bauch, diese Vorfreude auf Heiligabend, diesen besonderen Moment, der die 2 schönsten Tage im Jahr einläutet.
Es hat dieses Jahr wirklich lange auf sich warten lassen, dieses Gefühl...

Aber das ist ja auch ehrlich gesagt kein Wunder, so schwer wie es geworden ist, den für mich wahren Geist von Weihnachten aus all dem Überfluss und Kitsch rauszufiltern.
Im Oktober stehen bereits die Lebkuchen in den Regalen von Aldi und Co.
Nach amerikanischem Vorbild glühen viele Häuser wie Lampenladen-Reklamen.
Die Leute übertreffen sich mit Kitsch und auf den „großen“ Weihnachtsmärkten dieser Nation tummeln sich Menschenmassen und reißen sich an den Fressbuden die Mutzen und gebrannten Mandeln aus den Händen.
Die obligatorischen Glühweinbesäufnisse und das schon wieder krampfhaft nach Geschenken Gesuche lassen das Portemonnaie der „Alles-Scheiße-aber-Weihnachten-Friede-Freude-Eierkuchen-Generation“ schrumpfen, füllen die Kassen des kapitalistischen Einzelhandels und die Regierung redet von einem Wirtschaftsaufschwung (Glaubt da wirklich jemand dran?).

Nein, ich möchte damit nicht sagen, wie schlecht doch alles ist. Oder wie böse doch der Staat ist, weil er uns das Geld aus den Taschen zieht; ob nun Kaufrausch-suggerierend oder durch Steuereinnahmen. Nein, das will ich wirklich nicht sagen, denn wir sollten die Letzten sein, die darüber jammern.

Was ich meine, ist, wir sind durch allgemeinen Wohlstand so übersättigt mit Gütern, dass es unmöglich ist, etwas Nützliches zu schenken. Was man braucht, kauft man sich eben einfach, wenn man es braucht. Es gibt nichts mehr, dass man sich noch wünschen könnte, jedenfalls meistens. Und dann kommen so Sinnlosgeschenke wie Spielzeug mit 100 Zusatzfunktionen und das neue Parfüm von Designer X oder noch eine Krawatte für Papi oder eine weitere Sammeltasse für Omi dabei raus. Zugzwang und Alltagsstress geben dem ursprünglichen Sinn des Schenken den Rest. Was bleibt, sind gestresste Schenker und gefrustete Beschenkte.

Ein Geschenk ist für mich etwas, was jemandem Freude bereitet, weil er nicht damit gerechnet hätte und so ein Geschenk sollte nicht an ein Datum im Kalender gefesselt sein. Und schon gar nicht an Weihnachten. Weiß überhaupt noch jemand, was Weihnachten ist?

Ja ja, so Standardsprüche wie „Weihnachten, das Fest der Liebe“ springen einem ja förmlich ins Gedächtnis und dass dies ein christlicher Feiertag ist, weil Jesus geboren wurde, sollte man auch wissen. Aber was ist die Bedeutung dieser Dinge?

Für mich bedeutet Weihnachten, Zeit für und mit meiner Familie. Nicht weniger. Das ist das Wichtigste und Schönste in meinem Leben. Der Alltag hält 2 Tage inne und schlummert unter einem traditionell bunt geschmückten Weihnachtsbaum, in dessen Lichtern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sich vereinigen. An der Festtafel, gedeckt mit besonderen Köstlichkeiten, vereint die ganze geliebte Familie. Jeder Bissen schmeckt nach Liebe und Geborgenheit und unweigerlich strahlen alle diese stille Zufriedenheit aus.

Ich würde am liebsten jede Sekunde festhalten und nicht mehr freigeben. Doch weil das nicht geht und auch dieses Weihnachten wieder mit einem Augenschlag vorbeiziehen wird, freu ich mich halt jedes Jahr wieder auf Weihnachten.

Frohe Weihnachten!