MoMeNtAuFnAhMe

Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Donnerstag, Oktober 05, 2006

Und Herbst

Seit dieser Woche ist bei mir ganz offiziell Herbst. Keine Ahnung warum, das spürt man einfach. Ein rudimentärer Instinkt?

Wenn ihr mich fragt, ja. Denn seit Montag habe ich auch wieder diesen unbestimmten Hunger auf Fleisch, den ich während des Sommers schon benahe auf vegetarisches Maß abgeschwächte hatte.

Mal abgesehen von dem unersättlichen Bedürfnis mir Winterspeck anfuttern zu müssen (na so weit kommt es noch), gibt es noch eine ganze Reihe anderer Dinge, die mir sagen, dass der Übergang vom Sommer zum Winter begonnen hat.

Die unsagbar schwere Müdigkeit, die nur noch durch das laute Gedröhne meines Weckers zu überwinden ist, und die recht frische Luft, die mein Bein hinaufkriecht, wenn ich morgens den ersten Fuß aus dem Bett Richtung Tagesanbruch stecke.
Die sich rot färbenden Blätter des wilden Weins an Nachbars Schuppen, das verspielte Lübecker Wetter. Die Sonne, die ihr sommerliches Zitronengelb gegen ein verschlafenes Goldgelb eingetauscht hat und nach den langen Sommertagen, der Nacht den Weg frei macht.

So kommt es auch, dass ich um 9 Uhr abends nicht einem himmelbemalenden Sonnenuntergang zugucke, sondern dem Vollmond, der von Wolken umnebelt mit den Augen zwinkert, während ich mir die heiße Tasse Tee von der Fensterbank schnappe und mich in eine Decke kuschle, weil mir die nahende Kälte ein Frösteln entlockt.

Doch nicht nur mich scheint der Herbst gepackt zu haben. Die, wie sagt man so schön, Übergangsjacken haben sich den Weg aus ihrem vermotteten Sommerquartier zurückgebahnt und Tücher in allen Farben schmücken den Hals vieler Wesen des weiblichen Geschlechts, während die Männerwelt noch in Sweatshirt-Jacke durch den kühlen Morgen fährt. Aber es soll ja auch hartgesottene Kerle geben, die selbst im Winter nur T-Shirt tragen.

Alles in allem gewöhne ich mich langsam an den Gedanken, dass Herbst ist, vergesse die anfängliche Trauer um den verlorenen Sommer und könnte beinahe schon wieder meinem herbstlichem Deko-Fieber verfallen.