Menschlich ist Irren
Denken, Verstehen, Glauben, Wissen, Wollen, Sollen, Möchten, Hoffen, Sehnen, Suchen, Verzweifeln, Enttäuschen...Irren!
Der Mensch ist ein unverbesserlicher Perfektionist! Das perfekte Aussehen, der perfekte Partner, die perfekte Beziehung, der perfekte Job...kurz, das perfekte Leben.
Wieso eifern wir Idealen nach; der vollkommenen Schönheit, dem vollkommenen Traumpartner, dem einzigartigsten Lebenslauf, dem vollkommenen Wissen?
Gibt es wirklich Menschen, die diesen Perfektionismus ausleben können?
Warum sind wir unzufrieden, wenn wir keine Erfolge verbuchen können? Wieso hat jeder Mensch eine klare Vorstellung von Erfolg, aber keine Antwort auf das „Warum“?
Und jeder, der jetzt sagt, was für ein Blödsinn und mit Sätzen kommt wie „Ich mag mich so, wie ich bin!“, „Ich liebe meinen Partner, mit all seinen Schwächen!“, „Nur aus Fehlern kann man lernen!“ oder „Forschung hilft!“, den frag ich:
Warum betonst du, dass du dich so magst, wie du bist, wenn du nicht unlängst Stunden vor dem Spiegel verbracht hättest, um all das an dir zu entdecken, dass du nicht magst und mit Sport, Diäten oder sogar OP’s versuchst zu verbessern?
Warum definierst du die in deinen Augen nicht perfekten Züge deines Partners als Schwächen?
Warum kannst du erst aus den Fehlern lernen, wenn du doch weißt, dass es Fehler sind?
Wie kann Forschung helfen, wenn sie doch nur versucht, das Leben neu zu erfinden und quasi einer perfekten Welt entgegenstrebt, in der man die Ursachen für Krankheit, Hunger, Krieg usw. ausmerzt?
In einer perfekten Welt gäbe es keine Individuen, kein Leben, in einer perfekten Welt gäbe es nicht mal das Nichts! Warum also streben wir nach dieser Perfektion?
Ich befürchte, Perfektion ist der Ausdruck unserer natürlichen Triebe gepaart mit der negativsten Eigenschaft des Menschen, unserem „Verstand“.
Von Natur aus ist jedes Lebewesen darauf gepolt, sein Erbgut so zu verteilen, dass die Nachkommenschaft idealer Weise gesichert ist – ein Tick der Natur um Krankheiten auszumerzen. Damit verbunden ist das Gesetz des Stärkeren: Das schönste Gefieder, das stabilste Netz oder das stärkste Männchen (im Zweikampf) gewinnt/überlebt.
Überträgt man dies nun auf den Menschen, gewinnen Schönheit, gesichertes Einkommen, Fleiß, oder evtl. auch noch körperliche Stärke - die jedoch eher von Intelligenz abgelöst wird. Und da ein Mensch sich nicht einfach diesem Gesetz des Stärkeren unterwirft, sondern darüber nachdenkt, wie er sich selbst besser verkaufen kann, entstehen Vorbilder, Ideale in deren Form sich jeder versucht reinzuzwängen und das nicht nur im Paarungsverhalten. Der Mensch überträgt diesen Perfektionismus auf sein ganzes Leben, denn es gibt so viel zu verbessern, wenn man nicht nur einen Tag lebt!
Fazit: Wie schön könnte das Leben sein, wenn alle Menschen dumm wären!
(die Autorin verlässt schmunzelnd die Bühne...)
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