MoMeNtAuFnAhMe

Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Freitag, August 25, 2006

Ein Nero Corleone?

Dass Katzen einen außergewöhnlichen Charakter haben, ist mir schon länger klar. Dies beruht nicht zuletzt auf Erfahrungswerten. Wenn man jedes Jahr wieder kleine Kätzchen um sich hat, merkt man schnell, dass jedes es auf seine Art schafft, einen vollkommen zu umgarnen.

Doch in all diesen Jahren hat es nur ein Kater geschafft, mich vollkommen zu verzaubern.
Loui ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Kater.

Zunächst einmal die anmutige Gestalt: schwarzes, samtiges Fell, edel wie das eines Panters, geschmückt von einem weißen Fleck, der wie ein Orden vor seiner Brust hängt und dann diese einzigartigen bernsteinfarbenen Augen, deren Wirkung durch den cleveren Blick nur noch verstärkt werden. Sein geschmeidiger Gang und sein Duft...er riecht immer, als hätte er Parfüm aufgelegt.

Loui ist/war das letzte Kätzchen aus einer ganzen Reihe von interessanten Charakteren, denn schon einige Wochen nach seiner Geburt starb seine Mutter. Wir wissen bis heute nicht, was mit ihr geschehen ist. Sie lag einfach nur da und grade Loui musste sie finden.

Von da an entwickelte er ein enges Verhältnis zu meiner Hündin Maxi. Die beiden schliefen in einem Körbchen, teilten sich einen Napf und waren auch sonst eigentlich nur noch im Doppelpack anzutreffen. Fasst wie Mutter und Kind. Mein Vater sagte zu der Zeit immer scherzhaft: "Jetzt fehlt nur noch, dass der Kater anfängt zu bellen!"

Zu einem richtigen Mitglied der Hundefamilie wurde Loui, als die Welpen kamen. Die erste Zeit im Spiel mit ihnen noch überlegen, musste er doch bald merken, dass es gar nicht so einfach war, sich gegen eine Schar voll größerer Hundebabies durchzusetzen und meine Mutter musste ihn öfter mal retten. "Aber das Spielen mit Onkel Loui macht doch immer so viel Spaß" hörte man die Welpen dann beinahe sagen. Mittlerweile sind alle Welpen wieder weg. Nur Rexy ist geblieben.

Max und Moritz könnten einpacken, wenn man sie mit Loui und Rexy vergleichen würde. Ein Streich jagt den nächsten. Ob im Garten Löcher buddeln oder armen Vöglein nachstellen, die beiden sind für jeden 'Schabernack im Doppelpack' zu haben.

Erst heute morgen bemerkte ich, wie sehr doch Louis Leben auf das der Hunde abgestimmt ist. Jeden Morgen ein festes Ritual:
Nach dem Aufstehen zuerst eine Runde Kampfsporttraining mit Rexy, vorher wird der gefüllte Futternapf nicht angerührt. Dann eine Runde schlafen im leeren Blumenkübel, der auf dem alten Kühlschrank in der Waschküche steht. Für den Nachmittag ergeben sich mehrere Optionen, doch am meisten Spaß macht es doch, mit Rexy die armen anderen Katzen des Hofes von diesem Hofe zu verjagen...

Fazit: "Loui wird’s später nicht einfach haben, eine Hundedame in seiner Größe zu finden"