MoMeNtAuFnAhMe

Eine Sammlung meiner wirren Gedanken

Sonntag, August 27, 2006

Das Leben eines modernen unzufriedenen Singles

Einmal Single, immer Single! So jedenfalls kommt es mir vor, wenn ich am Sonntag nach einer langen Diskonacht erwache und nicht von einer süßen Stimme oder einer kleinen Nachricht auf meinem Handy geweckt wurde, mit den Worten: „Es war schön mit dir gestern, ich vermisse dich. Hab dich lieb ...“, sondern nur, weil ich aus einem verwirrenden Traum erwache.

Dann mal wieder diese zermürbenden Fragen: Warum bin ich eigentlich Single? Was mache ich falsch? Was ist so abstoßend an mir, dass mich niemand bemerkt? Ich schieb es einfach mal wieder auf den Gelegenheitsmangel. In der Disko kann man eh niemanden mehr kennen lernen. Es ist viel zu laut und bei diesen Menschenmassen fühlt man sich wie ein Topf in einem Ikealager. Da ist es doch kein Wunder, dass man seinen Deckel nicht findet.

Und wenn man seinen Bekanntenkreis erst mal „abgegrast“ hat und nix Passendes dabei war, hat man nicht mal mehr auf normalem Weg die Chance jemanden kennen zu lernen. Man klammert sich an die Hoffnung ein Wunder würde geschehen und durch einen Schicksalswink würde einem die große Liebe in den Schoß fallen.

Wenn selbst diese Hoffnung vor lauter „Warten“ erschöpft ist und das ganze an „Verzweiflung“ grenzt, ist man so verrückt sich bei einer Singlebörse im Internet anzumelden.

Das überaus Ironische an der ganzen Sache ist nur, dass man hier bestimmt auch niemanden kennen lernen wird. Denn wie soll man denn in einem Haufen voller „Beziehungsspasties“, wie man selber einer ist, jemanden finden können, der einem von diesem Elend befreit?
Das ist ja genauso, als würde ein Blinder einem anderen Blinden versuchen zu erklären, wie schön doch ein Sonnenuntergang aussieht in all seinen Farben.

Wie „zynisch“ werden jetzt einige denken, doch lassen Sie mich kurz erläutern, was ich meine. Zunächst erstellt man sein Profil, in das man versucht so viel wie möglich von sich zu stecken und dem andern ein Bild zu vermitteln, wie wundervoll man doch ist.
Man garniert das ganze nun noch nett mit ein paar Bildern und hofft, dass jemand anbeißt.
Ganz Aktive, oder sollte ich eher „verzweifelnd Suchende“ sagen, stöbern durch die langen Listen von netten Nicknames und deren Profile. Gefällt einem was man ließt, lässt man sich spontan einen netten Anmachspruch einfallen und Zack man ist im Gespräch. Doch spätestens nach 3 Chats und 3 Telefonaten geht einem der Gesprächsstoff aus, nachdem man das zunächst ja so interessante und passende Profil abgearbeitet hat. Das Interesse verliert sich in Sinnlos-Chats mit „Lückenfüllern“ wie „Was machst du gerade?“ ... Das Ende vom Lied: Die Sehnsucht nach der richtigen Person bleibt.

Doch kann man die richtige Person überhaupt finden, wenn man sich selbst nicht mal finden kann? Letztendlich ist es doch so, dass wir etwas suchen, was uns im Leben fehlt. Und das nicht nur im Bereich Liebe! Menschen mit geringem Gehalt und somit einer gewissen qualitativen Eingeschränktheit sehnen sich nach finanziellem Aufschwung, Menschen mit Krankheiten sehnen sich nach Gesundheit und Menschen die einsam sind, sehnen sich halt nach Zuwendung.

Vor lauter Sehnsucht nach diesem einem Missstand in ihrem Leben, wissen sie gar nicht mehr
den Rest ihres Daseins zu schätzen! Vielleicht sollten sich Singles in Wirtschaftsforen anmelden, Menschen mit finanziellen Sorgen in Krankeneinrichtungen Gutes tun und Kranke sich in Singlebörsen anmelden.

Und wenn es in allen Bereichen schlecht aussieht? Selbstmord? Nein! Wie wäre es denn mit einer Stelle als „Trauerveranstalter“?

Freitag, August 25, 2006

Ein Nero Corleone?

Dass Katzen einen außergewöhnlichen Charakter haben, ist mir schon länger klar. Dies beruht nicht zuletzt auf Erfahrungswerten. Wenn man jedes Jahr wieder kleine Kätzchen um sich hat, merkt man schnell, dass jedes es auf seine Art schafft, einen vollkommen zu umgarnen.

Doch in all diesen Jahren hat es nur ein Kater geschafft, mich vollkommen zu verzaubern.
Loui ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Kater.

Zunächst einmal die anmutige Gestalt: schwarzes, samtiges Fell, edel wie das eines Panters, geschmückt von einem weißen Fleck, der wie ein Orden vor seiner Brust hängt und dann diese einzigartigen bernsteinfarbenen Augen, deren Wirkung durch den cleveren Blick nur noch verstärkt werden. Sein geschmeidiger Gang und sein Duft...er riecht immer, als hätte er Parfüm aufgelegt.

Loui ist/war das letzte Kätzchen aus einer ganzen Reihe von interessanten Charakteren, denn schon einige Wochen nach seiner Geburt starb seine Mutter. Wir wissen bis heute nicht, was mit ihr geschehen ist. Sie lag einfach nur da und grade Loui musste sie finden.

Von da an entwickelte er ein enges Verhältnis zu meiner Hündin Maxi. Die beiden schliefen in einem Körbchen, teilten sich einen Napf und waren auch sonst eigentlich nur noch im Doppelpack anzutreffen. Fasst wie Mutter und Kind. Mein Vater sagte zu der Zeit immer scherzhaft: "Jetzt fehlt nur noch, dass der Kater anfängt zu bellen!"

Zu einem richtigen Mitglied der Hundefamilie wurde Loui, als die Welpen kamen. Die erste Zeit im Spiel mit ihnen noch überlegen, musste er doch bald merken, dass es gar nicht so einfach war, sich gegen eine Schar voll größerer Hundebabies durchzusetzen und meine Mutter musste ihn öfter mal retten. "Aber das Spielen mit Onkel Loui macht doch immer so viel Spaß" hörte man die Welpen dann beinahe sagen. Mittlerweile sind alle Welpen wieder weg. Nur Rexy ist geblieben.

Max und Moritz könnten einpacken, wenn man sie mit Loui und Rexy vergleichen würde. Ein Streich jagt den nächsten. Ob im Garten Löcher buddeln oder armen Vöglein nachstellen, die beiden sind für jeden 'Schabernack im Doppelpack' zu haben.

Erst heute morgen bemerkte ich, wie sehr doch Louis Leben auf das der Hunde abgestimmt ist. Jeden Morgen ein festes Ritual:
Nach dem Aufstehen zuerst eine Runde Kampfsporttraining mit Rexy, vorher wird der gefüllte Futternapf nicht angerührt. Dann eine Runde schlafen im leeren Blumenkübel, der auf dem alten Kühlschrank in der Waschküche steht. Für den Nachmittag ergeben sich mehrere Optionen, doch am meisten Spaß macht es doch, mit Rexy die armen anderen Katzen des Hofes von diesem Hofe zu verjagen...

Fazit: "Loui wird’s später nicht einfach haben, eine Hundedame in seiner Größe zu finden"